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Service
23. August 2018

Landrat besucht Handwerksbetriebe in Oberhavel

Am Mittwoch, den 22.08.2018, besuchte Landrat Ludger Weskamp gemeinsam mit Andreas Ernst, Geschäftsführer der kreislichen Wirtschaftsförderung (WInTO), die Unternehmen Tischlerei Thiede in Bötzow, Reha Mobil in Hennigsdorf und MAWI Haustechnik in Oranienburg.

In interessanten Gesprächen berichteten die Unternehmen von ihrer Geschichte, der aktuellen Situation und ihren derzeitigen Herausforderungen und Problemen.

Tischlermeister Olaf Thiede aus Bötzow, dessen Unternehmen in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen feiert, gab Einblicke in die Firmengeschichte und Innovationskraft der mittelständigen Tischlerei mit 16 Mitarbeitern. Das Unternehmen hat sich vor allem auf die Herstellung von Endlosfußböden für Schienenfahrzeuge spezialisiert. Seit den 80er Jahren behauptet sich die Tischlerei im hartumkämpften Markt und so fahren heute zum Beispiel die Berliner S- und Straßenbahnen mit Fußböden aus Bötzow. Auch die Straßenbahnen von Helsinki wurden mit den Spezialböden der Tischlerei ausgestattet, dabei wurde, in Kooperation mit einem sächsischen Unternehmen, noch eine innovative Fußbodenheizung aus Teflon entwickelt, welche den klimatischen Bedingungen in der finnischen Hauptstadt standhält.
Offen sprach Olaf Thiede auch die aktuellen Schwierigkeiten bei der Nachwuchsgewinnung an. Hierbei wirkt sich vor allem der Wegfall der Tischlerausbildung am OSZ in Hennigsdorf negativ aus. Mittlerweile müssen die Lehrlinge ihre theoretische Ausbildung in Neuruppin oder Brandenburg an der Havel absolvieren. Eine weitere Problematik ist auch die aktuelle Baustellensituation in und um Bötzow, welche den Kunden, Lieferanten und Mitarbeitern die Anreise zum Firmensitz erheblich erschweren.

Dieses Problem hat Holger Witzelsburger, Geschäftsführer der Reha Mobil Medczinski GmbH in Hennigsdorf, nicht. Er ist 2016 mit seinem Unternehmen aus Berlin Kreuzberg nach Hennigsdorf gezogen, um für seine Kunden aus Berlin und dem Umland, sogar aus Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt, besser erreichbar zu sein. Seit über 30 Jahren bietet das Unternehmen individuelle Fahrzeugumbauten für köperbehinderte Personen an. Egal, ob ergonomische Sitze für Kunden mit Bandscheibenproblemen oder Komplettumbauten zu einer Einhand-Joystick-Bedienung. Dabei werden sämtliche Einbauten individuell mit den Kunden abgestimmt und vor Ort in der Werkstatt eingebaut und optimal angepasst. Danach müssen die Kunden bei einer Fahrschule nachweisen, dass sie ihr Fahrzeug nach dem Umbau auch weiterhin sicher führen können.
Das Unternehmen ist froh, sich für den Standort Hennigsdorf entschieden zu haben, denn von allen Beteiligten vor Ort wurde das Unternehmen positiv aufgenommen und unterstützt. Dies vermisste die Geschäftsführung bei den Institutionen in Berlin hat aus diesem Grund ihre rund 600 T €-Investition in Oberhavel getätigt. Dabei sind weitere 7 Arbeitsplätze im nunmehr 14-köpfigen Team entstanden.

Die Firma MAWI Haustechnik aus Oranienburg ist bei Ihrem Standortwechsel in diesem Jahr einen anderen Weg gegangen. Bei der Immobilie in der Robert-Koch-Straße handelt es sich um eine Bestandsimmobile, welche früher als Autohaus genutzt wurde. Das Unternehmen, welches seit 1997 das gesamte Spektrum im Haustechnikbereich für Privat- und Firmenkunden in und um Oranienburg anbietet, beschäftigt aktuell rund 30 Mitarbeiter, davon sind 6 Auszubildende. Gerade im Feld der Nachwuchskräftegewinnung setzt das Unternehmen seit mehreren Jahren auf das Angebot von Schülerpraktikas. Hier können sich jungen Menschen frühzeitig über den späteren Ausbildungsberuf informieren und das Unternehmen persönlich kennenzulernen. Dadurch erhalten bei MAWI auch Schülerinnen und Schüler eine Chance, die aufgrund ihrer Noten vielleicht eine schwierigere Ausgangssituation bei einer Bewerbung haben. Zudem ist Geschäftsführer Uwe Kamenz auch offen, Migranten eine Perspektive bei der Ausbildung zu bieten. So hat aktuell ein jugendlicher Flüchtling eine Ausbildung  zum Anlagenmechaniker (Sanitär/Heizung/Klima) im Unternehmen begonnen.

Landrat Ludger Weskamp dankt den Unternehmen für die offenen Gespräche und zeigt sich bestätigt, dass die Wirtschaftskraft in Oberhavel auch bei klein- und mittelständigen Unternehmen auf gesunden und starken Beinen steht. Darüber hinaus bieten sich gerade im Handwerk viele verschiedene Ausbildungsmöglichkeiten für junge Menschen, welche oft übersehen werden. Deshalb werben der Landkreis Oberhavel und die WInTO auch für diese Möglichkeiten bei der Berufswahl, damit der Mittelstand und das Handwerk in der Region weiter wachsen können.

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