31. Mai 2017

Unternehmen mit positiver Strahlkraft und regionaler Verankerung

Unternehmensbesuche des Landrates

Am Dienstag, dem 30.05.2017, besuchten Landrat Ludger Weskamp und Andreas Ernst, Geschäftsführer der Wirtschafts-, Innovations- und Tourismusförderung Oberhavel GmbH (WInTO), die Ätztec GmbH in Gransee und die Kraftfahrzeug – Fertigung – Landtechnik GmbH (KFL) in Löwenberg. Vor Ort verschafften sie sich einen Überblick über die aktuelle wirtschaftliche Situation der beiden Unternehmen. Darüber hinaus standen der Ausbau der B96, die Verbesserung der Breitbandanbindung sowie die Ausbildungssituation und Nachwuchskräftesicherung im Zentrum der Gespräche.

Die Ätztec GmbH, die aus dem ehemaligen VEB Mikroelektronik Zehdenick hervorgegangen ist, fertigt seit 2006 mithilfe des Ätztechnikverfahrens Formteile aus allen gängigen Metallarten und in den unterschiedlichsten Materialstärken. Das Unternehmen mit seinen rund 20 Mitarbeitern ist innerhalb des Nischenmarktes einer von drei Anbietern mit weltweit nachgefragten Produkten. Die Angebotspalette reicht von Einzelmodellen für Modellbahnfans bis hin zur Serienproduktion für die Automobilindustrie oder Medizintechnik. Auch spezielle Abschirmungskäfige für Schaltrelais in Flugzeugen fertigt das Unternehmen. Während des Rundganges erläuterte der Geschäftsführer Julian Zender die notwendigen Schritte von der Kundenidee bis zur Auslieferung der fertig geätzten Teile. Das Verfahren ermöglicht es, die Kundenwünsche innerhalb von ein bis zwei Tagen umzusetzen. Ein entscheidender Faktor für den Erfolg sind dabei die fachlich spezialisierten Mitarbeiter aus der Region, die teilweise schon seit den 80er Jahren in der Ätztechnik tätig sind. Im Rahmen der Nachwuchsförderung bildet das Unternehmen auch selbst Industriemechaniker und Industriekaufleute aus; Schüler und Jugendliche sollten dabei ein Interesse für Maschinen, Elektrotechnik und vor allem auch für Chemie mitbringen und nach Möglichkeit bereits im Vorfeld ein Praktikum absolviert haben. Da die Ätztechnik kein eigenes Ausbildungsprofil hat, ist das Unternehmen bestrebt, auch die an den Maschinen bereits eingearbeiteten Auszubildenden nach erfolgreichem Abschluss zu übernehmen. Im Gespräch mit dem Landrat lobte Julian Zender zudem die Kooperation mit Unternehmen aus der Region, sei es beim Anlagenservice oder bei gemeinsamen Projekten. Nur ein Kooperationspartner zur Galvanik fehlt noch vor Ort.

Zweite Station für Landrat Ludger Weskamp und Andreas Ernst war die KFL in Löwenberg. Dort wurden beide von Geschäftsführer Ulf-Peter Degebrodt und Prokuristin Claudia Degebordt begrüßt. Das 1949 als Maschinenausleihstation gegründete Unternehmen sollte ursprünglich 1991 geschlossen werden. Durch verschiedene Initiativen und Partner gelang jedoch die Rettung von ca. 60 der ehemals 270 Arbeitsplätzen. Heute ist die KFL einer der größten Arbeitgeber im Löwenberger Land. Mit seinen verschiedenen Gesellschaften deckt sie ein sehr breites Spektrum ab: Landtechnik, Gartentechnik, LKW-Service, Autoteile, Motorrad- und Quad-Service, Wartung, Bühnentechnik sowie Stahl- und Maschinenbau. Seit 1994 bildet das Unternehmen auch regelmäßig aus. Neben den Industriemechatronikern werden Land- und Baumaschinentechniker geschult. Für das kommende Ausbildungsjahr wurden bereits vier Ausbildungsverträge abgeschlossen. Im Gespräch mit dem Landrat lobte Ulf-Peter Degebrodt vor allem die bereits seit Jahren bestehende Kooperation mit der Löwenberger Schule, die Jugendliche und Unternehmen der Region zusammenführt. Als große Herausforderung stellt sich für die KFL die zunehmende Digitalisierung dar. Heutzutage muss ein Servicetechniker bei der Wartung der Landtechnik auch auf den abgelegensten Feldern Fehlermeldungen online auswerten können, um die Ausfallzeiten der Maschinen so kurz wie möglich zu halten. Hierbei sind die derzeitigen Lücken im bestehenden Mobil- und Breitbandnetz eines der größten Probleme des Unternehmens. Durch den vom Landkreis geplanten Breitbandausbau erhofft sich Ulf-Peter Degebrodt eine Verbesserung der aktuellen Situation. Er ist sicher, dass sich durch den geplanten Ausbau der B96 die Servicezeiten für Kunden im Berliner Umland deutlich verbessern würden.

Landrat Ludger Weskamp bedankte sich bei Julian Zender und Ulf-Peter Degebordt für die offenen und informativen Gespräche. „Der Besuch hat gezeigt, wie engagiert und regional verwurzelt mittelständische Unternehmen in Oberhavel produzieren. Dabei profitieren nicht nur die Kunden weltweit, sondern auch die Region von der vorhandenen Wirtschaftskraft“, so Weskamp. Das durch die WInTO organsierte Programm bildete den Auftakt zu weiteren Unternehmensbesuchen, die halbjährlich stattfinden werden. Sie dienen dem gegenseitigen Kennenlernen sowie der Information des Landrates über Tätigkeiten, Erfolge, Perspektiven und Herausforderungen von Firmen, die in Oberhavel ansässig sind.

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